Nächstes Heimspiel

  • 00 Tage
  • 00 Std
  • 00 Min
  • 00 Sek

Anton Brams wird neuer Trainer

Die Entscheidung beim Volleyball-Bundesligisten SWD powervolleys Düren ist gefallen: Anton Brams (27) heißt der künftige Trainer. Brams ist damit im Jubiläumsjahr – Volleyball beim Heimatverein Dürener TV gibt es seit 50 Jahren – der jüngste Bundesliga-Trainer der Dürener Volleyball-Geschichte. „Ich suche immer die Herausforderung, an der ich wachsen kann“, sagt der künftige Trainer der SWD powervolleys zu seiner ersten Station als Chefcoach im Profi-Volleyball. In Abstimmung hat Brams einen Vertrag für ein Jahr unterschrieben. „Ich spüre da keine Anspannung, weil ich in meinem Alter ein solches Amt übernehme. Ich mache das, weil ich Volleyball nie als Job angesehen habe, sondern weil ich liebe was ich tue.“ An Jahren ist Brams noch jung, an Erfahrung bringt er etwas mit, das vor ihm noch kein Deutscher geschafft hat: Er darf sich als Trainer den Sieg bei der Weltliga – dem jährlichen Konzert der großen Volleyball-Nationen – ans Revers heften. Brams gehört dem Trainer-Team der US-Nationalmannschaft an und hat mit dieser 2014 die Weltliga gewonnen. Das Engagement für Team USA geht weiter, mindestens bis zu den Olympischen Spielen 2016. (Weitere Informationen zu Anton Brams Werdegang und seinen Referenzen finden Sie weiter unten.)
Einen Teil des aktuellen Dürener Kaders kennt Brams noch persönlich aus seiner Zeit als Co-Trainer der Junioren-Nationalmannschaft, als er unter anderem mit Oskar Klingner, Georg Klein und Jan-Philipp Marks gearbeitet hat. „Das Dürener Team hat eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Wir versuchen, den größten Teil zusammen zu halten, weil wir die Möglichkeit sehen, die Mannschaft noch weiter zu entwickeln“, sagte Brams. In dieser Woche trifft er sich zu Gesprächen mit jedem Dürener Spieler. „Genau das ist unser Ziel. Wir wollen die Spieler weiter entwickeln. Wir haben nicht die Möglichkeit, mit großem Budget teure Spieler zu holen. Wir wollen sie aufbauen“, erklären Geschäftsführer Rüdiger Hein und Gesellschafter Erich Peterhoff. Und der sportliche Leiter Gowin Caro fügt hinzu, dass der neue Mann auf dem Dürener Trainerstuhl in Deutschland zwar noch keinen bekannten Namen habe. „Aber er hat schon ungemein viel Erfahrung gesammelt. Er hat unser vollstes Vertrauen.“
Mitbringen will Anton Brams die Sportkultur und die wissenschaftliche Herangehensweise der amerikanischen Volleyballer, die er in den vergangenen Jahren mit dem US-Team und als technischer Koordinator an der Universität von Hawaii kennen und schätzen gelernt hat. „Das US-Team hat Weltstars wie Reid Priddy, Clay Stanley oder Matt Anderson, die alles gewonnen haben. Aber sie sind nie zufrieden und immer bereit, an sich zu arbeiten.“ Das geschehe unter anderem mit hoch-wissenschaftlichen Methoden, beispielsweise was das Erstellen und Auswerten von Statistiken angeht oder die mechanischen Abläufe beim Spiel. Brams hat in den USA als technischer Koordinator entscheidend in diesen Bereichen mitgearbeitet. „Da gibt es Methoden, die bei uns in Deutschland noch kaum einer kennt und die uns sehr weiter helfen können.“ Auch im sport-psychologischen Bereich wird der künftige Dürener Trainer arbeiten. „Die amerikanischen Spieler denken immer nur an den nächsten Punkt. Sie lassen sich nicht von den Bällen zuvor beeinflussen oder vom Spielstand. Das ist eine ihrer Stärken, die ich meinen Spielern auch vermitteln will.“ Und deswegen freut sich der künftige Trainer schon jetzt auf den ersten Punkt im ersten Spiel, den seine Mannschaft erzielen wird. „Und danach konzentrieren wir uns auf den zweiten Punkt.“

Zur Person
Anton Brams, 27 Jahre, geboren in Berlin, verheiratet, ein Sohn

Volleyball-Laufbahn
– als Spieler
Angefangen mit sieben Jahren beim Berliner TSC (mehrfacher Deutscher Junioren-Meister und Bundespokalsieger)
VC Olympia Berlin als Außenangreifer und Libero

– als Trainer
Erster Trainerjob mit 18 Jahren: Aufstieg innerhalb von zwei Jahren von der Bezirksliga in die Regionalliga mit Berliner BSC
Co-Trainer Berliner Landesauswahl
Co-Trainer VCO Berlin/Junioren Nationalmannschaft für zwei Jahre
Universität Hawaii: Männerteam: Spielanalyse und Feedback/Evaluationssystem
Seit 2013: Mitglied des Trainerteams der Nationalmannschaft der USA, mindestens bis zu den Olympischen Spielen in Rio 2016; Weltliga-Sieg 2014.
US-Cheftrainer John Speraw über Anton Brams: „Eine Persönlichkeit, die man vielleicht nur einmal in einer Karriere trifft.“
Referent beim Verband der amerikanischen Volleyball-Trainer (AVCA) und bei der A-Trainer-Ausbildung in Deutschland
Entwickler von zwei Volleyball-Analyse-Programmen

– Akademische Laufbahn
Zwei Bachelor-Abschlüsse: Betriebswirtschaftslehre und Soziologie (Uni Potsdam), Publizistik, Kommunikationswissenschaften, Psychologie und Philosophie (Freie Universität Berlin)
Master-Abschluss in Arbeit: Kommunikationswissenschaften (Uni Hawaii)

brams3