Auferstehung in letzter Minute

In der Volleyball-Bundesliga gewinnen die SWD powervolleys Düren ein schon fast verloren geglaubtes Heimspiel gegen den TSV Herrsching. Nach 0:2-Satzrückstand dreht Düren ein über zweieinhalb Stunden hart umkämpftes Spiel noch und schafft einen knappen 3:2-Heimsieg. 23:25, 24:26, 25:23, 27:25, 15:11 lauteten die Satzergebnisse in einer ausverkauften Arena Kreis Düren. Düren schließt die Hinrunde mit 20 Punkten ab und hat damit zur Halbzeit wenigstens Platz vier sicher.
Die erste Heimniederlage war eigentlich schon perfekt. Der TSV Herrsching hatte die Gastgeber am Rand der Niederlage. Und sie drückten weiter, führten im dritten Satz schon 19:16 und 2:0 nach Sätzen. Schon bis zu diesem Zeitpunkt sahen die Zuschauer ein ungewöhnliches und intensives Spiel. Was sie danach erleben sollten, dürfte sich noch länger im kollektiven Dürener Volleyball-Gedächtnis eingebrannt haben.

Ohne Block, ohne Aufschlag

Es war nicht immer Volleyball auf höchsten Niveau, was Düren und Herrsching ablieferten. Beide Teams verschenkten mit jeweils 24 Aufschlagfehlern einen ganzen Satz. Dafür überzeugte Herrsching vier Sätze lang mit spektakulären Rettungstaten, einem im Angriff starken Tom Strohbach und mit Christoph Marks, den Dürens Block vier Sätze lang nie in den Griff bekam. „Der Junge hat richtig stark gespielt“, erkannte Stefan Falter, der Trainer der SWD powervolleys, an. Und er kritisierte sein Team: „Wir haben ein Spiel gewonnen, obwohl wir vier Sätze lang ohne Aufschlag und ohne Block gespielt haben.“

Edvards Buivids

Von einem Wendepunkt kann man nicht sprechen. Denn obwohl Düren den dritten Satz noch drehen konnte, blieb die Partie bis zum Ende des Tiebreaks auf des Messers Schneide. Im dritten Satz wechselte Falter den jungen Letten Edvards Buivids ein. Mit ihm drehten die SWD powervolleys den Satz noch, Buivids nutzte die Chance zum Gegenangriff, die sein Team beim 24:23 hatte. Kurz vorher hatte sie noch verkraften müssen, dass sie den Punkt zum 24:22 eigentlich schon gemacht hatten, als Herrschings Spielmacher Michal Sladecek mit einem starken Reflex verteidigte und der Ball weit hinten ins Dürener Feld tropfte – ein Punkt, der jedem Gegner den Wind aus den Segeln nehmen kann. Trotz dieses Punktes und 0:2-Satzrückstand behielt Düren aber die Nerven.

Hatte großen Anteil am Sieg: Edvards Buivids. Foto: powervolleys

Im Tiebreak mit Block und Aufschlag

„Eddy hat uns heute den Allerwertesten gerettet“, sagte Falter über Buivids. Nicht nur aufgrund des wichtigen Angriffspunktes am Ende des dritten Satzes. In der Folge schaffte er es, den Angriffsdruck permanent hoch zu halten. Er war auch der erste Dürener, der Christoph Marks zu fassen bekam: mit einem krachenden Block im Tiebreak zum 11:10 für Düren. Tim Broshog tat es ihm dann unmittelbar gleich: 12:10. Broshog war es auch, der mit einem Blockpunkt den vierten Satz entschieden hatte. Das 13:10 im Tiebreak markierte Romans Sauss mit seinem Aufschlag: Das war der entscheidende Vorsprung. Zum 15:11 stopfte Michael Andrei eine verunglückte Herrschinger Annahme zum 3:2-Sieg ins Feld. Danach feierte das Publikum die unbändige Moral der SWD powervolleys. So viel anerkennenden Applaus für einen Gegner wie für Herrsching an diesem Abend gab es in Düren schon lange nicht mehr.

Tolle Moral

„Was von diesem Spiel übrig bleibt ist die Erkenntnis, dass wir eine tolle Moral haben. Und dass wir junge Spieler wie Edvards Buivids und Karli Allik haben, von denen wir jetzt gesehen haben, dass sie uns auch in kritischen Situationen helfen können.“ Neben Buivids war Allik einer der Gewinner des Abends. Er spielte von Anfang an und ersetzte den grippekranken Routinier Dirk Westphal. Der 21-jährige Este übernahm in der Annahme viel Verantwortung und überzeugte.