Niederlage trotz großer Moral

In der Volleyball Bundesliga verlieren die SWD powervolleys Düren auswärts in Frankfurt das Spitzenspiel gegen die United Volleys Rhein Main mit 1:3. 20:25, 22:25, 25:18, 20:25 lauten die Satzergebnisse. Neben dem ersten Satzgewinn auswärts gegen die Hessen überhaupt – die zwei Partien in Frankfurt bisher endeten 0:3 – nehmen die Dürener auch die Erkenntnis mit, dass sie einem starken Gegner und großen Verletzungssorgen mit viel Moral trotzen können. „Ich habe heute viele positive Dinge gesehen“, lobte Falter sein arg gerupftes Team. Gereicht hat es trotzdem nicht, weil Düren zwar über weite Strecken, aber nicht immer seine Schwächen kaschieren konnte. Frankfurt kann den Abstand auf Düren auf fünf Punkte vergrößern, die SWD powervolleys bleiben Vierter in der Tabelle.

Drei Ausfälle

Die Vorbereitung auf das Spiel stand unter keinem guten Stern. Außenangreifer Dirk Westphal fällt nach seiner Daumen-Operation länger aus, Außenangreifer Romans Sauss ist raus wegen Waden-Problemen und Außenangreifer Julius Firkal laborierte an einem Virusinfekt. Lediglich Karli Allik war fit. Umdenken war angesagt, Diagonalangreifer Edvards Buivids trainierte zwei Tage lang auf Außen.

Kurze Abrisse

Trotzdem startete Firkal in die Partie. In der letzten Einheit vor dem Spiel war ins Team zurückgekehrt. „Die Ärzte haben ihr Okay gegeben und Julius wollte unbedingt“, sagte Falter. Meistens war Düren auf Augenhöhe, ein Firkal-Punkt mit dem Aufschlag brachte den Ausgleich zum 14:14. Dann blieb Düren für einige Momente hängen, weil der Spielaufbau gegen starke Frankfurter Aufschläge nicht rund lief. Die United Volleys zogen auf 22:18 davon.
Selbiges Bild in Durchgang zwei: Wieder ist Düren da bis zum 14:14, wieder ist das Team dann kurz verunsichert und die Gastgeber profitieren: 20:16. „Diese kurzen Abrisse haben am Ende den Unterschied gemacht“, sagte Falter. Zu verhindern waren sie nicht, auch nicht mit Buivids, der Firkal in beiden Sätzen entlastete. Die SWD powervolleys bezahlten für ihr Verletzungspech.

Starker Buivids

In Satz drei blieb Buivids auf dem Feld und hatte großen Anteil daran, dass Düren einen 9:12-Rückstand in eine 20:16-Führung drehen konnte. Erst blockte Tim Broshog, dann Edvards Buivids, dann bereitete Buivids mit seinen Aufschlägen vier Dürener Punkte in Folge vor. „Eddi hat die guten Eindrücke bestätigt, die er schon im Training auf der ungewohnten Position gezeigt hat“, sagte Falter. „Vielleicht ist er der Mann, der uns aus dieser schwierigen Situation heraus helfen kann.“ In Aufschlag, Block und auf der ungewohnten Angriffsposition verstärkte er Düren, in der Annahme gelang es ihm, die meisten Bälle sicher zu verarbeiten. Lob hatte Falter auch für Spielmacher Stijn D‘Hulst und Hauptangreifer Marvin Prolingheuer parat. Ersterer schaffte es trotz erschwerter Bedingungen oft, seinen Angreifern gute Möglichkeiten zu verschaffen, Prolingheuer punktete auch in schwierigen Situationen häufig.

Moral gezeigt

„Nicht gut war unsere Blockarbeit gegen Lincoln Williams“, stellte Falter fest. Der australische Angreifer im Trikot der United Volleys punktete zu häufig, obwohl die Dürener wussten, was kommt. Das, und die Tatsache, dass Frankfurt es im vierten Satz mit den Aufschlägen verstand, Druck auf die Schwachstelle im Dürener Spielaufbau auszuüben, waren die Gründe für den spielentscheidenden Zwischenspurt, der die Gastgeber von 7:6 auf 16:8 enteilen ließ. Zu oft konnten die United Volleys den wenig druckvollen Dürener Angriff entschärfen, zu oft vollstreckte Williams dann den Gegenangriff. Am Ende zeigten die SWD powervolleys aber wieder Moral. Sie knabberten mit viel Einsatz am Vorsprung. Es reichte aber nicht mehr, um den Sieg der Gastgeber zu verhindern.

Moral gezeigt, trotzdem verloren. So die Dürener Bilanz in Frankfurt. Foto: powervolleys