Doppelblock mit Lukas Maase und Philipp Schumann

Was war euer schönster Sieg?
Lukas: Meins war letztes Jahr das erste Spiel in Berlin, das erste Spiel in der neuen Saison in der ersten Bundesliga, zehntausend Leute in der Max-Schmeling-Halle. Ich werde eingewechselt, wir gewinnen das Spiel auswärts im Tiebreak und fahren mit einem Sieg gegen den aktuellen deutschen Meister nach Hause.
Philipp: Das war noch damals in der dritten Liga mit meinem Heimatverein TV 05 Waldgirmes, als wir Meister wurden und somit in die zweite Liga aufgestiegen sind.

Eure bitterste Niederlage?
Philipp: Oh, das weiß ich sofort! Bei den deutschen Meisterschaften der A-Jugend – auch mit Waldgirmes – haben wir 6:14 im Tiebreak verloren. Da war ein Ball, den ich, glaube ich, am Block geschlagen habe, der an die Antenne geht, bei uns wieder reinfällt und deshalb ein Punkt für den Gegner ist. Dadurch sind wir leider ausgeschieden und nicht ins Viertelfinale gekommen.
Lukas: Für mich waren es gar nicht so entscheidende Spiele. Beide Spiele in der letzten Saison gegen Herrsching waren ziemlich bitter. Wir haben zweimal 2:0 geführt, deutlich die Sätze gewonnen und dann haben wir irgendwie den Kopf abgeschaltet. Das nagt schon sehr an einem. Sonst gab es schon noch viele andere, schlimme Niederlagen, aber aus denen lernt man am meisten.

Eure Erinnerung an euer erstes Profispiel?
Lukas: Wie schon gesagt, das war auch gleichzeitig mein bester Sieg. Eingewechselt vor zehntausend Leuten und wie Micha und die anderen, die auf dem Feld waren, mir nachher gesagt haben, war ich wohl kreidebleich. Ich musste zum Aufschlag, habe den Ball angeworfen und das Ding dann irgendwie rübergeeiert. Aber das war wohl anscheinend ein ganz guter Aufschlag. Das war auf jeden Fall atemberaubend.
Philipp: Ich weiß nicht, ob es das erste Profispiel war, aber bei den United Volleys habe ich schon mal ausgeholfen. Im Playoff-Halbfinale haben wir gegen Berlin gespielt und ich war mit im Kader. Leider haben wir das Spiel verloren, aber ich erinnere mich trotzdem gerne daran.

Was ist das Kurioseste, das euch jemals beim Volleyball passiert ist?
Philipp: Wir haben einmal zwei Auszeiten direkt hintereinander genommen.
Lukas: Zweite Liga, Auswärtsspiel. Da reist man erst am Spieltag an und durch Stau etc. sind wir erst eine halbe Stunde nach dem eigentlichen Spielbeginn angekommen. Eine halbe Stunde ist das Maximum, um die das Spiel verzögert werden kann. Wir haben uns im Bus umgezogen, sind direkt bei der Ankunft aufs Feld und haben direkt losgespielt. Den ersten Satz haben wir zwar verloren, dafür aber die nächsten drei gewonnen.

Welcher Teamkollege hat den besten Humor?
Lukas: Egor hat einen sehr trockenen Humor, was mir sehr gefällt. Niklas ist sonst ein sehr ruhiger Spieler, aber wenn er mal den Mund aufmacht, dann ist das immer was Knackiges.
Philipp: Eigentlich ist in der Mannschaft niemand unlustig. Ich finde mich persönlich schon relativ witzig. Aber auch allgemein sind alle hier sehr humorvoll, da kann ich noch niemanden genau benennen.

Wo macht ihr gerne Urlaub?
Lukas: Ich mache keinen Urlaub, ich bin überhaupt kein Urlaubsfan. Städtereisen interessieren mich nicht, Strandurlaub geht bei mir nicht, denn wenn ich am Strand wäre, müsste ich sofort Beachvolleyball spielen.
Philipp: Meer ist bei mir immer gut, ich kann gar nicht verstehen, wie man Strandurlaub nicht mögen kann. Den ganzen Tag am Strand liegen, faulenzen, was lesen, schlafen. Eigentlich fahre ich auch ganz gerne Ski, aber das ist schon etwas schwieriger zu realisieren.

Wenn ihr eine beliebige Aktivität olympisch machen könntet, bei welcher hättet ihr gute Aussichten auf eine Medaille?
Lukas: Bei mir wäre es wahrscheinlich schnelles Essen oder Trauben oder Gummibärchen mit dem Mund fangen.
Philipp: Im isotonischen Sportgetränke-Pong.

Euer Lieblingssport nach dem Volleyball – aktiv oder im TV?
Philipp: Ich gucke allgemein sehr viel Sport: NBA, NFL oder auch Tennis. Ich kann mich da gar nicht so festlegen.
Lukas: Im Fernsehen verfolge ich, wenn überhaupt, nur Volleyball. Aber das auch erst seit einem Jahr. Selber spiele ich gerne Bowling.

Wie lautet euer Spitzname und wie ist er entstanden?
Philipp: Mein Spitzname ist Pippo, aber wie er entstanden ist, kann ich gar nicht mehr sagen.
Lukas: Bei mir ist es eigentlich nur mein Nachname.

Was gehört bei euch zum Frühstück?
Philipp: Auf jeden Fall Tee und Haferflocken.
Lukas: Haferflocken mit Joghurt und Früchten.

Eure Lieblingsapp?
Philipp: Ich nutze am häufigsten WhatsApp.
Lukas: Wenn ich mein Handy öffne, gehe ich als erstes auf Instagram.

Wie viele Sprachen sprecht ihr?
Lukas: Deutsch und Englisch.
Philipp: Deutsch, Englisch und Schul-Spanisch. Mal sehen, ob ich mich damit mit Jorge unterhalten kann.

Frühaufsteher oder Langschläfer?
Lukas und Philipp gleichzeitig: Langschläfer!

Wie bereitet ihr euch auf ein Spiel vor? Habt ihr Rituale o.ä.?
Philipp: Ich habe kein bestimmtes Ritual.
Lukas: Ich habe ungefähr elf Millionen Rituale. Der Spieltag beginnt bei mir damit, dass ich alle Sachen für die Sporttasche auf mein Bett lege, damit ich alles mitnehme und nichts vergesse. Ein weiteres Ritual ist es, dass ich zur Halle laufe, zumindest bei Heimspielen. Selbst wenn mir jemand anbietet, mich zur Halle zu fahren, laufe ich lieber, damit ich ein wenig den Kopf abschalten und die Ruhe genießen kann. Ich schaue, dass ich zeitig an der Halle ankomme, ziehe mich dann dort um und mache mich spielfertig.

Was darf in eurem Kühlschrank niemals fehlen?
Philipp: Joghurt und Früchte fürs Frühstück und natürlich auch die isotonischen Sportgetränke.
Lukas: Der Kühlschrank ist bei uns nie voll, weil wir direkt nach dem Einkaufen alles kochen. Da bleibt selten etwas übrig.

Was ist eine Sache, die ihr ausprobiert habt und niemals wieder machen wollt?
Philipp: Oliven essen.
Lukas: Ich könnte jetzt sagen, den Kopf rasieren, aber das möchte ich eigentlich schon mal gerne wieder machen.

Was möchtet ihr nach eurer Karriere als Profispieler machen?
Philipp: Das ist bei mir recht einfach: Ich werde Lehrer. Vielleicht irgendwann mal Trainer. Den Schein habe ich schon.
Lukas: Der Traum ist es natürlich, nach der Karriere nichts mehr zu machen, weil ich mit dem Profisport genug Geld verdient habe. Davon abgesehen bin ich zurzeit noch relativ planlos, da ich noch nicht weiß, in welche Richtung ich irgendwann mal gehen möchte. Ich lasse erstmal alles auf mich zukommen und entscheide dann später.