Heiß aufs Spiel durch das richtige Aufwärmen

Aufmerksame Beobachter und Fans haben bereits festgestellt, dass unsere Jungs kein einheitliches Aufwärmprogramm durchführen. Aufgrund der verschiedenen Positionen und der unterschiedlichen Spielertypen finden die individuellen Bedürfnisse und Gewohnheiten der Spieler Berücksichtigung.

Das Aufwärmprogramm unserer Mannschaft beginnt mit der Mobilisierung und Aktivierung von Wirbelsäule und Gelenken, wie auch der Stabilisierung der wichtigen Muskelgruppen. Hier bleiben die Spieler optisch als Team im Kreis angeordnet, führen jedoch eine individuelle Zusammenstellung von Übungen aus, um den Körper auf die bevorstehende Belastung vorzubereiten. Im Anschluss laufen die Spieler einige Runden, Skippings, Sidesteps, Hopserläufe und Armkreisen werden in das Laufen integriert. Dieses findet seine Steigerung in Linienläufen mit Sprints und anschließenden Sprungserien. Danach folgen die volleyballspezifischen Bewegungsabläufe, wie zum Beispiel das Üben der Blocksprünge am Netz in Zweier- oder Dreiergruppen. Am Schluss folgt das Einspielen.

Volleyball ist eine komplexe Sportart und setzt eine hohe ganzkörperliche Fitness voraus. Wir werfen hier mal einen Blick auf „Hauptbelastungsbereiche“ wie das Sprunggelenk, das Knie und die Schulter.

Bewegliche Sprunggelenke entlasten nicht nur das Knie, sondern beugen auch der im Volleyball häufigen Verletzungssituation des „Twisted Ankle“ vor. Hier bereitet ein gutes Aufwärmprogramm, u. a. der Wadenmuskulatur mit den Muskeln Gastrocnemius und Soleus, das Sprunggelenk auf die hohe Sprungbelastung und die vielen Stop-and-Go-Bewegungen vor.

Besonders das Knie muss die volleyballspezifischen Belastungen von Sprüngen, schnellen, kurzen Bewegungsabläufen und Richtungswechseln kompensieren. Hier ist der Quadriceps femoris als einziger Kniestrecker von großer Bedeutung. Seine einwandfreie Funktion sorgt für das Aufrichten des Körpers, z.B. aus der Hocke, und muss so ständig gegen die Schwerkraft arbeiten.

Großen Belastungen ist zudem die Schulter des Volleyballspielers ausgesetzt. Mit ihrem komplexen Aufbau als Kugelgelenk stellt sie das beweglichste Gelenk des Körpers dar. Das Schultergelenk wird hauptsächlich von Kapsel, Bändern und Muskeln abgesichert, u.a. den Muskeln Supra- und Infraspinatus, Subscapularis und dem Deltamuskel.

Chronische Beschwerden durch Überbelastung sind deutlich häufiger im Volleyball als Akutverletzungen. Hier gilt es mit allen Mitteln chronischen Langzeitschäden vorzubeugen, u.a. durch effektives Aufwärmen vor dem Training und Spiel.

Was aktuell fehlt, ist das direkte Feedback und die zum Aufwärmen beitragende Stimmung von euch. Wir hoffen, dass ihr uns bald wieder in der Arena anheizen könnt. Bis dahin bleibt gesund, schaltet den Stream ein und bleibt am Ball!

Aufwärmen im Handstand

Aufwärmen im Handstand; Foto: Florian Zons