Immerhin einen Punkt aus Berlin mitgebracht

Robin Baghdady (SWD Powervolleys Düren) spielt den Ball gegen den Block von Fedor Ivanov (BR Volleys) und Florian Krage (BR Volleys). Foto: Gora
In der Volleyball Bundesliga können die SWD powervolleys Düren Platz zwei zum Start in die Rückrunde nicht zurückerobern. Sie verlieren auswärts beim Meister Berlin Recycling Volleys mit 2:3. 26:24, 24:26, 16:25, 25:18, 11:15 lauten die Satzergebnisse aus Dürener Sicht. Der Punktgewinn – das im Tiebreak unterlegene Team erhält einen Zähler, der Sieger zwei – lässt Berlin nicht enteilen. Düren hat ein Spiel weniger auf dem Konto und könnte mit einem Sieg zurück auf Platz zwei springen.
„Wir sind widerstandsfähig“
„Auswärts in Berlin zu spielen ist eine der schwersten Aufgaben in der Bundesliga. Wir haben auch heute gezeigt, dass wir schwer zu schlagen sind, wenn wir gut spielen“, sprach Robin Baghdady nach der Partie die positiven Aspekte an. Dem schloss sich Trainer Christophe Achten an, der sein Team für das starke Comeback in Satz vier lobte. „Unser Team ist sehr widerstandsfähig. Wir schaffen es immer wieder, uns aus schweren Situationen herauszuarbeiten. So wie wir nach dem dritten Satz zurückgekommen sind – das schafft nicht jedes Team.“ Am Ende des zweiten Satzes gaben die Dürener das Heft des Handelns aus der Hand und kamen in Satz drei unter die Räder. Mit beeindruckender Einstellung kämpfte sich das Team danach zurück, gewann Satz vier, um im Tiebreak dann doch zu verlieren.
Bis zum Ende des zweiten Satzes war Düren in einem Kopf-an-Kopf-Rennen das bessere Team. In Satz eins und zwei drehte es einen Drei-Punkte-Rückstand, um im Satzfinale die Nase vorne zu haben. In beiden Durchgängen muss Düren sich sogar den Vorwurf gefallen lassen, zwar verteidigt, dann aber zu wenig aus seinen Chancen gemacht zu haben. Durchgang eins ging trotzdem an die SWD powervolleys, weil Jordan Canham sein Team mit einem erfolgreichen Gegenangriff zum 26:24 für die Abwehrarbeit belohnte. Am Ende von Satz zwei gelang das nicht.
Mittwoch gegen den VfB
Die Intensität bleibt hoch. Im zweiten Spiel des Jahres geht es gegen das nächste Spitzenteam. Am Mittwoch ab 18.30 Uhr ist der VfB Friedrichshafen in Düren zu Gast. Die Häfler sind Vierter mit fünf Punkten Rückstand. Gewinnt Düren, setzt es sich ab. Ansonsten können die Gäste bis auf zwei Punkte heranrücken. Für die Partie sind noch Tickets erhältlich.
Das Ende des zweiten Satzes
Das Ende des zweiten Satzes in Berlin hat das Spiel nachhaltig beeinflusst. Düren führte, nachdem es erneut einen Drei-Punkte-Rückstand aufgeholt hatte, mit 23:21, weil Siebe Korenblek ein Ass serviert hatte. Die Mannschaft hatte den schwierigen Bedingungen des Spiels getrotzt. Denn ansonsten hatte der eigene Aufschlag nicht gut funktioniert. Zudem war Berlin überhaupt noch in Reichweite, weil das Schiedsgericht dreimal fraglich zu Dürener Ungunsten entschieden hatte. Schon zu Beginn des Satzes bekam Düren den Ball trotz Challenge nicht, in der die Berliner Blockberührung klar zu sehen war. So hatte Düren keine Challenge mehr, als sie einen Berliner Angriff auf die Linie blockten und das Schiedsgericht falsch entschied (19:19). Trotzdem führten die Gäste 23:21. Mit dem zweiten Satzgewinn in Reichweite griff Düren nicht zu. Sowohl beim 23:21 nutzten sie zwei gute Chancen im Gegenangriff nicht zur Drei-Punkt-Führung. Genau das gleiche beim Satzball (24:23), als das Team erneut zwei gute Möglichkeiten nicht im Feld unterbringen konnte und Berlin zum 24:24 ausglich. Danach wackelte die Dürener Annahme und Berlin verwertete zum 25:24. Es kam noch schlimmer, weil Berlins Nationalspieler Moritz Reichert den Sack für sein Team sofort mit einem Ass zumachte. „Man muss auch einfach anerkennen, dass Moritz da sehr stark aufgeschlagen hat“, sagte Robin Baghdady nach der Partie. Düren war jetzt getroffen.
Düren schlägt zurück
Das wusste Berlin im dritten Satz bestens zu nutzen. Viel zu schnell geriet die Gäste ins Hintertreffen. Berlin schlug gut auf, Dürens Spielaufbau wackelte, Berlin konnte verteidigen und den Gegenangriff versenken. Über 2:3 geriet Düren schnell 2:5 und dann 2:9 ins Hintertreffen. Düren war jetzt zum Abschuss freigegeben. Es gelang den SWD powervolleys auch nicht, einen Rhythmus aufzubauen. Zudem hielt Berlin den Druck bis zum Satzende hoch.
Beeindruckend war, die SWD powervolleys diesen Abschuss aus den Trikots schüttelten. Denn Satz vier war ein Abziehbild von Satz drei, diesmal allerdings mit einem Dürener Team, das von Beginn an dominierte. Als Jordan Canham ein Ass servierte, war Düren schon auf 10:3 weg. Zuvor hatten sowohl Joris Berkhout als auch Robin Baghdady von der Aufschlaglinie direkt gepunktet. Das erste Ausrufezeichen setzte Siebe Korenblek mit einem satten Block zum 2:0. Berlin hatte anschließend mit erneut starken Aufschlägen von Moritz Reichert einen Lauf, der sie bis auf 10:14 herankommen ließ. Dann zog Düren aber wieder an. Zac Hutcheson verwandelte einen schweren Gegenangriff nach Abwehr von Jordan Canham zum 19:13. Beim 21:13, das Kyle Paulson nach Canham-Abwehr herstellte, war der Satz entschieden.
Fehler zur Unzeit
Ruhe brauchte das aber nicht, denn zu Beginn des Tiebreaks schlug Berlin direkt zurück. Die Aufschläge des Meisters saßen besser, Düren hatte Probleme im Spielaufbau und lag 0:2 hinten. Beim 6:6 war Düren aber wieder da, weil eine Berliner Challenge zurecht nicht erfolgreich war. Die nächsten drei Punkte sollten vorentscheidend sein in der Frage Sieg oder Niederlage. Sie gingen alle an Berlin, weil Dürens Angriff zuerst das Feld verfehlte und danach im Block des Meisters endete. Ein Netzfehler der SWD powervolleys zum 11:7 für Berlin stellte letztlich den Vier-Punkte-Abstand her, den der Meister über die Ziellinie brachte.





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Florian Zons/powervolleys
