Souveräner Sieg mit kleiner Delle

Luuc van der Ent punktet gegen Karlsruhe. Fotos: powervolleys

Der Volleyball-Bundesligist SWD powervolleys Düren bleibt zu Hause ungeschlagen. Das Team von Trainer Matti Alatalo setzt sich vor 1700 Zuschauern in der Arena Kreis Düren mit 3:1 gegen die Baden Volleys SSC Karlsruhe durch. 25:17, 25:19, 23:25, 25:19 lauten die Satzergebnisse. „Wir sind extrem stark gestartet“, sagte Trainer Matti Alatalo mit Blick auf die Angriffsdominanz im ersten Satz, als Düren mehr als 70 Prozent seiner Angriffe direkt verwandelte. „Immer, wenn wir fokussiert spielen, sind wir sehr stark“, deutete er an, dass Fokus im dritten Satz weg war. „Und dann spielt unser Gegner stark und nutzt seine Chancen“, zollte er dem Aufsteiger Respekt. „Aber unter dem Strich haben wir eine enorm anspruchsvolle Phase mit vielen Spielen hinter uns und konnten uns gegen Karlsruhe am Ende wieder fokussieren. 13 Asse und 13 Blockpunkte ist gute Zahlen. Ich bin zufrieden.“

Düren dominiert

Die Geschichte des ersten Satzes ist schnell erzählt: Düren dominiert, weil es stark aufschlägt und damit direkt oder indirekt viele Punkte vorbereitet. Vor allem Marcin Ernastowicz und Robin Baghdady schlagen stark auf und sind in den resultierenden Gegenangriffen konsequent. Der Gast aus Karlsruhe wirkt überrumpelt. 15:6 steht es nach einem erneuten Baghdady-Gegenangriff. Jetzt schalten bis dato aggressive Dürener ein wenig in den Verwaltungsmodus, die Baden Volleys können mitspielen, kommen aber nie näher als auf sieben Punkte Rückstand heran.

Mouchlias-Flugshow

Danach ist das Spiel kurzzeitig offen, zur ersten technischen Auszeit führt Düren 8:6. Den Verwaltungsmodus hat das Team aber wieder ausgeschaltet, vor allem mit erneut starken Aufschlägen. Zuspieler Léo Meyer, Ernastowicz und Dimitrios Mouchlias sevieren Asse. Düren ist schon wieder auf 15:9 enteilt. Als Meyer zum 17:10 blockt, scheint die Entscheidung früh gefallen zu sein. Aber die Baden Volleys verlieren den Mut nicht, sammeln Punkte bei einigen längeren Ballwechseln ein und schließen zum 15:18 auf. Vor allem der ehemalige Dürener Philipp Schumann ist oft zur Stelle. Düren zieht wieder an mit einer Mouchlias-Flugshow im Gegenangriff. Baghdady langt nach der Abwehr aus dem Hinterfeld zu. Und dann beendet Meyer alles mit seinem Aufschlag. Seine Serie bedeutet das 24:15 und die Entscheidung im Satz. Anschließend verwandelt Düren drei Satzbälle aus eigener Annahme nicht, bis Mouchlias den Sack zum 25:19 zumacht.

Die Mouchlias-Flugshow während des Spiels gegen Karlsruhe.

Karlsruher Moral ist intakt

Die Moral der Gäste ist intakt. Sie bieten Düren jetzt die Stirn, der Satz ist lange ausgeglichen. Und als dann alles seinen Gang in Richtung 3:0 für Düren zu gehen scheint, weil Kapitän Michael Andrei blockt und Baghdady ein Ass zum 14:11 nachlegt, ist erneut Schumann zur Stelle. Mit tollen Aufschlägen dreht er den Satz, entweder weil er direkt punktet oder danach mit sehr viel Übersicht angreift. Es steht 15:14 für den Gast. Düren unterläuft ein Angriffsfehler, Karlsruhe blockt zweimal und feiert die 20:16-Führung. Die baut Maximilian Kersting mit einem kurzen Aufschlag sogar zum 21:16 aus. Der beachtliche SSC-Fanblock feiert. Ernastowicz schlägt zweimal stark auf, Düren verkürzt auf 19:21, leistet sich danach aber einen Angriffsfehler, der das 19:23 bedeutet. Der eingewechselte Sebastian Gevert landet zwei Wirkungstreffer mit dem Aufschlag und bringt Düren auf 22:23 heran. Trotzdem feiert Karlsruhe mit mutigen Angriffen den 25:23-Satzgewinn.

Baghdady setzt den Schlusspunkt

Ernastowicz und Baghdady haben anschließend keine Ambitionen, Karlsruhe nachhaltig ins Spiel kommen zu lassen. Ernastowicz deckt die Baden Volleys mit starken Aufschlägen ein, Baghdady langt zweimal im Gegenangriff hin, unter anderem vollendet er den spektakulären Punkt zum 12:7 für Düren. Jetzt sind die Ballwechsel geprägt von starken Abwehraktionen auf beiden Seiten. Karlsruhe belohnt sich für seine Leidenschaft mit zwei sehenswerten Punkten zum 11:13. Danach sind die Gäste nach einem Dürener Annahme-Fehler zurück im Spiel beim 12:13. Die Intensität nimmt zu, sehr zur Freude des Publikums in der stimmungsvollen Arena. Vor allem Mouchlias ist jetzt präsent, zuerst im Angriff, dann im Block zum 18:15. Ernastowicz setzt anschließend zuerst einen Wirkungstreffer im Block zum 19:15. Danach schlägt er auf und Mouchlias verwandelt zum 21:16. Düren hat die Sicherheit im Angriffsspiel wiedergefunden. Die kämpfenden Gäste können nicht mehr zurückkommen, Baghdady besiegelt das 3:1 mit einem Aufschlag.

Zum ersten Mal in dieser Saison haben die SWD powervolleys Düren keine englische Woche vor der Brust, sondern sind fünf Tage spielfrei. Denn die nächste Partie steht am Freitag an, auswärts gegen den VfB Friedrichshafen.

Gast mit großer Dürener Vergangenheit: Jörg Ahmann (r., hier neben dem sportlichen Leiter Goswin Caro), olympischer Bronzemadaillengewinner bei den Spielen in Sydney 2000, hat eine Dürener Vergangenheit, spielte bis 2000 etliche Jahre in Düren. Jetzt war er zu Gast, um seinen Sohn Mika bei den Baden Volleys spielen zu sehen.