Nach dem nächsten Drama im Halbfinale

Geschafft: Joris Berkhout und die SWD powervolleys stehen nach einem Drama gegen die Grizzlys im Halbfinale. Foto: Kloth

Mannschaft und die mitgereisten Fans feiern den Einzug in das Halbfinale. Foto: powervolleys

 

Die SWD powervolleys Düren stehen im Halbfinale um die deutsche Volleyball-Meisterschaft. Nach einen hochspannenden 3:1-Sieg im Heimspiel gegen die Helios Grizzlys Giesen gewinnt Düren auch das Rückspiel bei den Grizzlys nach 155 Minuten Drama mit 3:2. 25:20, 23:25, 24:26, 25:23, 17:15 lauteten die Satzergebnisse. Ein angeschlagenes Düren bietet den Grizzlys mit einer unerschrockenen kämpferischen Leistung die Stirn und belohnt sich am Ende. Im Halbfinale treffen die SWD powervolleys auf den Sieger der Serie SVG Lüneburg gegen die WWK Volleys Herrsching. Hier führt Favorit Lüneburg 1:0. Das Rückspiel steht am Montag an.

Den Rückschlägen getrotzt

Der Sieg ist umso höher zu bewerten, weil Düren am Spieltag enorm viele Rückschläge wegstecken mussten. Nach Zac Hutcheson stand kurzfristig auch Leistungsträger Robin Baghdady aufgrund von Rückenproblemen nicht zur Verfügung. Trainer Christophe Achten musste improvisieren, weil er somit mit Ryan Poole nur einen nominellen Außenangreifer für zwei Startplätze zur Verfügung hatte. Zuerst sprang Mittelblocker Kyle Paulson auf der fremden Position ein, ab Satz vier übernahm dann Diagonalangreifer Jordan Canham. „Das waren unsere letzten Karten, die wir noch spielen konnten. Und sie haben funktioniert, trotz aller Schwierigkeiten“, sagte Christophe Achten. Düren wehrte sich, um die Lücke abzudecken, die Robin Baghdady und Zac Hutcheson hinterlassen. Am Ende entschied Jordan Canham die Viertelfinal-Serie mit einem Ass zugunsten Dürens.
Die nächsten Rückschläge waren die letzten Momente der Sätze zwei und drei, die Düren hätte gewinnen können und dann noch unglücklich aus Hand gab. Das angeschlagene Team wehrte sich, kam zurück und gewann.

Auf dem Boden liegend verteidigt

Neben Jordan Canham war es vor allem der einzige nominelle Außenangreifer Ryan Poole, der in Satz vier und fünf bei allen schwierigen Bällen zur Stelle war und wichtige Punkte machte. Einen Schub verlieh auch der eingewechselte Philipp Lauter, der am Ende des vierten und im fünften Satz mit seinem Block zur Stelle war und wichtige Punkte markierte. Bezeichnend war der Punkt zum 12:9 im Tiebreak. Eigentlich war viel schiefgelaufen, weil ein Giesener Aufschlag das Dürener Spiel aushebelte. Der Ball flog zurück auf die Giesener Seite. Aber den Versuch der Grizzlys, den Ball direkt ins Dürener Feld zu stopfen, wehrte der auf dem Boden liegende Jordan Canham ab und Ryan Poole nutzte die anschließende schwierige Angriffssituation.

Ein Sieg mit viel Mentalität

Im Interview nach der Partie lobte Geschäftsführer Tomas Kocian-Falkenbach die Mentalität des Teams. „Wenn du in diesem Spiel und vor dieser Kulisse ohne die richtige Mentalität spielst, dann gehst du unter“, sagte er. Und er gestand ehrlich, dass der Sieg alles andere als selbstverständlich war. „Unter diesen Voraussetzungen war es nicht eingeplant, dass wir auch das zweite Spiel gewinnen.“ Ein wenig hatte das Team schon auf ein Entscheidungsspiel geschielt. „Diese Leistung heute zeigt, wie geschlossen das Team ist. Und dass wir gute Volleyballer im Team haben, die auch auf anderen Positionen helfen können.“
Der Trainer hat seinem Team nach dem Einzug in das Halbfinale eine kurze Feier-Freigabe gegeben. „Danach konzentrieren wir uns auf das Halbfinale. Dieses Team kann mit dieser Mentalität was bewegen“, lautete Christophe Achtens Fazit.